... Fortsetzung von Kapitel 3

Anleitung zur Entnahme zytologischer Präparate

Dr. Jacques Jenny, Zürich

Instrumentarium

Der Watteträger soll als Entnahmeinstrument nicht mehr gebraucht werden. Mit ihm werden nur Zellen abgewischt, die bereits aus dem Epithelverband abgeschilfert und oft degeneriert sind. Zudem bleibt in der Watte zu viel Material gefangen (grosser Materialverlust) und er kann oft nicht genügend hoch in den Zervikalkanal eingeführt werden, so dass eine Direktabnahme aus diesem Bereich nicht gewährleistet ist.

Spatelentnahme: Die Epitheloberfläche soll mit einem festen Gegenstand und unter Anwendung sanften Drucks abgestrichen werden. Auf diese Art werden auch Zellen aus dem Epithelverband gewonnen. So entnommene Abstriche sind zellreicher und enthalten besser erhaltenes Zellmaterial. Sie sind zuverlässiger zu beurteilen.

Das Labor stellt Ihnen einen Plastikspatel nach SZALAY zur Verfügung. Er entspricht den anatomischen Gegebenheiten der Portio und erlaubt auch bei engem äusserem Muttermund Zellen sowohl aus dem Zervikalkanal wie auch von der Portiooberfläche durch direkten Kontakt zu gewinnen. Er macht es möglich genügend und gut erhaltenes Material mit einem einzigen Instrument zu entnehmen und auf einen einzigen Objektträger auszustreichen.

Die Cytobrush liefert kein besseres Material als das SZALAY Cyto-Spatula. Zudem ist die Cytobrush wesentlich teurer als der Spatel.

Auftragsformulare

Dem Material für zytologische Untersuchungen muss ein in gut leserlicher Schrift (Schreibmaschine / Blockschrift) ausgefülltes Auftragsformular beiliegen.

Folgende Angaben müssen angegeben werden:

- Name, Vorname, vollständiges Geburtsdatum
- das Datum der Abstrichentnahme
- das Datum der letzten Menses bzw. der Zeitpunkt der Menopause
- die letzte zytologische Untersuchung mit der entsprechenden Protokoll-Nummer (Feld "letzter Abstrich").

Klinische Angaben sollen in den entsprechenden Feldern angekreuzt werden:

- Blutungsstörungen
- Fluor braun 1 blutig
- Gravidität, Geburt in letzten 3 Monaten
- Hormonbehandlung
- vorausgegangene operative Eingriffet
- vorausgegangene Strahlenbehandlung 1 Chemotherapie
- Anlass für Abstrich: Vorsorge 1 Anamnese 1 Lokalbefund
- Portio unauffällig 1 suspekt 1 Tumor (falls kolposkopiert wurde ist der Befund einzutragen).

Besondere klinische Symptome sollen angegeben werden.

 

Die Abstrichentnahme

  1. Das zur Entnahme benötigte Material (Entnahmespatel / Objektträger / Fixationslösung) wird in Reichweite des Untersuchers bereitgelegt.
  2. ldentifikation der Präparate: Um jede Verwechslung zu vermeiden werden Name und Jahrgang der Patientin erst unmittelbar vor der Abstrichentnahme auf das Mattschild des Objektträgers eingetragen. Da alle anderen Beschriftungen beim Färbevorgang verloren gehen ist dazu ist ein Bleistift zu gebrauchen. Nicht verwendete, beschriftete Objektträger sind wegzuwerfen. Nicht mit dem Namen der Patientin versehene Objektträger dürfen im Labor nicht verarbeitet werden.
  3. Die Portio wird mit trockenem Speculum eingestellt und in Führungslinie gebracht. Grössere Mengen von Vaginalsekret und Schleim, die die Portio bedecken werden mit einem Watteträger oder Gazetupfer schonend abgewischt.
  4. Vor der Abstrichentnahme soll eine massive Entzündung ausgeschlossen werden. Dies geschieht durch die Inspektion und/oder die Kolposkopie. Aufgrund der Untersuchung eines Nativpräparates unter dem Phasenkontrastmikroskop kann die Qualität des Vaginalsekrets beurteilt und entschieden werden ob es sinnvoll ist einen Abstrich zu entnehmen oder ob die Abstrichentnahme nicht auf eine zweite Sitzung - nach Sanierung der Lokalverhältnisse - verschoben werden soll. Durch den Erregernachweis gibt sie die notwendigen Hinweise auf die einzuschlagende Therapie. Sie eignet sich besonders gut für die tägliche Praxisroutine und lässt sich problemlos in den Ablauf der normalen gynäkologischen Untersuchung einbauen.
  5. Abstrichentnahme mit SZALAY Cyto-Spatula: Die schlanke 1,5 bis 2,0 cm lange Spitze des Spatels wird so hoch in den Zervikalkanal eingeführt bis die Schulter des Spatels der Portiooberfläche anliegt. Dann wird der Spatel, beginnend bei 6 Uhr , unter sanftem Druck mehrmals um seine Achse gedreht- Bei weitem Muttermund ist der Spatel so zu führen, dass seine Spitze stets in sattem Kontakt mit der Wand des Zervikalkanals bleibt.

    Bei der Entnahme ist darauf zu achten, dass das gesamte Drüsenfeld bis über den Rand der Umwandlungszone hinaus abgestrichen wird. Ist die Schulter des Spatels ausnahmsweise zu schmal (breite Ektopie) so muss das restliche Drüsenfeld mit einem gewöhnlichen Holzspatel auf einen zweiten Objektträger abgestrichen werden.

    Von den drei zur Verfügung stehenden Modellen wird immer der grösstmögliche verwendet dessen Zahn noch vollständig in den Zervikalkanal eingeführt werden kann.

    Die Patientin soll darüber aufgeklärt werden, dass es bei der Abstrichentnahme zu gering gradigen Sickerblutungen kommen kann. Sie lassen sich durch betupfen mit Silbernitrat leicht stillen.
  6. Ausstreichen des Materials auf Objektträger: Anschliessend wird das Material vom flach auf den Objektträger aufgelegten Spatel durch mehrere zarte Striche von der beschrifteten Seite her über die ganze Länge des Präparates dünn und gleichmässig ausgestrichen.

Schleimschlieren müssen über die Kante des Objektträgers abgewischt werden.
Frisches Blut stört die Beurteilung nicht sofern das Material dünn ausgestrichen ist.

Nach dem Ausstreichen muss sich der Entnehmer vergewissern dass sich genügend Material auf dem Objektträger befindet. Ist dies nicht der Fäll, so soll der Spatel nochmals ausgestrichen oder ein zweiter Abstrich angefertigt werden.

  1. Der Plastikspatel wird nach Gebrauch weggeworfen.
  2. Fixation: Das Präparat wird sofort fixiert und muss mindestens eine halbe Stunde in der Fixationslösung belassen werden. Fixation von mehreren Stunden, ja Tagen schadet dem Präparat nicht. Sofern die Fixationslösung verschlossen gehalten wird kann sie mehrere Tage verwendet werden.

    Als Fixationsmittel bevorzugen wir die Fixationslösung nach DELAUNAY.
    - Alkohol abs. 1 Aceton aa 500 ml.
    - Acid. trichloracet. sol 1 mol. 1 ml.

    Es kann auch Aethylalkohol 70% bis 96% verwendet werden.

    Wir geben der Fixation im flüssigen Medium in einer Küvette den Vorzug. Wird trotzdem mit einem Spray fixiert, ist streng darauf zu achten, dass der Strahl, wie in der Beschreibung angegeben, aus einer Entfernung von mindestens 25 cm von der Seite her auf das Präparat aufgesprüht wird.
  3. Die Präparate werden, zusammen mit den Auftragsformularen, trocken in den vom Labor zur Verfügung gestellten Packungen eingeschickt.

Falls Sie einen Fall histologisch abklären, bitten wir Sie uns eine Kopie des Histologieberichtes zukommen zu lassen. Für das zytologische Labor ist diese Information von grösster Bedeutung. Nur anhand der Korrelation zwischen zytologischer Diagnose und histologischem Befund kann die diagnostische Arbeit des Labors überprüft und die Qualität verbessert werden.

 

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